
Zoll-Gehalt 2026: A7–A13 mit Tabelle
Du überlegst, zum Zoll zu gehen – und die erste Frage, die dir im Kopf herumschwirrt, ist ganz ehrlich: Was springt dabei eigentlich raus? Verständlich. Beim Zoll wirst du nämlich nicht nach Tarifvertrag bezahlt, sondern als Beamtin oder Beamter des Bundes. Das ändert alles: andere Logik, andere Tabellen, anderes Netto. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie das Zoll-Gehalt wirklich aufgebaut ist, welche Besoldungsgruppen zu welcher Laufbahn gehören und welche Zulagen am Monatsende einen echten Unterschied machen.
Zoll-Gehalt verstehen: Besoldung statt Tarif
Der wichtigste Punkt zuerst: Dein Zoll-Gehalt heißt offiziell Besoldung. Geregelt ist das im Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) und in der Bundesbesoldungsordnung (BBesO). Als Beamter verhandelst du nichts und unterschreibst keinen Tarifvertrag – dein Grundgehalt ergibt sich aus einer Tabelle, die für alle Bundesbeamten gleich gilt.
Diese Tabelle hat zwei Achsen. Die erste ist deine Besoldungsgruppe (A7, A9, A13 und so weiter) – sie hängt davon ab, in welcher Laufbahn du bist und welches Amt du innehast. Die zweite Achse ist die Erfahrungsstufe: Je länger du dabei bist, desto höher steigst du innerhalb deiner Gruppe. Schon als Anwärter bekommst du übrigens Geld – die sogenannten Anwärterbezüge während Ausbildung oder Studium.
Klingt erstmal trocken, ist aber im Alltag total praktisch: Du kannst dein Gehalt ziemlich genau planen, weil die Schritte vorgegeben sind. Was du noch wissen solltest: Die Eurobeträge werden mit jeder Besoldungsrunde angepasst. Die Tabelle unten nennt deshalb die amtlichen Werte samt Rechtsstand.
Besoldungsgruppen nach Laufbahn
Beim Zoll bewegst du dich – je nach Schulabschluss und Auswahlverfahren – im mittleren oder im gehobenen Dienst. Beide Laufbahnen unterscheiden sich nicht nur bei den Aufgaben, sondern auch beim Gehalt deutlich.
Mittlerer Dienst (A7 bis A9)
In den mittleren Dienst startest du in der Regel mit mittlerem Schulabschluss und einer dualen Ausbildung. Danach beginnst du im Eingangsamt A7, das beim Zoll seit 2020 gilt. Mit Berufserfahrung und Beförderungen geht es dann Richtung A8 und bis A9 hinauf. Hier arbeitest du zum Beispiel in der Kontrolle, im Grenzdienst oder in der Sachbearbeitung. Alle Stufen und Beträge dieser Laufbahn erklärt der Ratgeber Gehalt im mittleren Dienst.
Ein Praxisbeispiel: Du beendest deine Ausbildung, wirst in A7 eingestellt und sammelst die ersten Jahre Erfahrung. Mit jeder Erfahrungsstufe steigt dein Grundgehalt automatisch – und mit einer Beförderung wechselst du in die nächsthöhere Besoldungsgruppe. So wächst dein Gehalt über die Jahre von zwei Seiten.
Gehobener Dienst (A9 bis A13)
Für den gehobenen Dienst brauchst du Abitur oder Fachhochschulreife und absolvierst ein duales Studium, das mit einem Bachelor abschließt. Danach startest du typischerweise im Eingangsamt A9 (gehoben) und kannst dich über A10, A11, A12 bis A13 hocharbeiten. In diesen Ämtern übernimmst du anspruchsvollere Sachbearbeitung, Führungsaufgaben oder spezialisierte Tätigkeiten, etwa in der Zollfahndung oder Prüfungsdiensten.
Der Unterschied zum mittleren Dienst ist spürbar: Schon das Einstiegsgehalt liegt höher, und die Beförderungsmöglichkeiten reichen weiter nach oben. A13 ist im gehobenen Dienst das Spitzenamt – wer noch höher will, geht in den höheren Dienst (ab A13/A14 aufwärts), der eigene Voraussetzungen hat.
Erfahrungsstufen: Warum du fast automatisch mehr verdienst
Innerhalb jeder Besoldungsgruppe gibt es mehrere Erfahrungsstufen (in der Regel acht). Du startest in der Regel in Stufe 1 und rückst nach festen Erfahrungszeiten auf: zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7 (§ 27 BBesG). Die Endstufe 8 erreichst du damit nach 23 Jahren, sofern deine Leistungen den Anforderungen entsprechen. Das bedeutet: Auch ohne Beförderung verdienst du mit den Jahren mehr, allein weil deine Erfahrung wächst.
Stell dir das wie eine Treppe vor: Die Beförderung in eine höhere Besoldungsgruppe ist der große Sprung auf eine neue Treppe, die Erfahrungsstufen sind die einzelnen Stufen, die du auf jeder Treppe nach oben gehst. Beides zusammen sorgt dafür, dass dein Gehalt über eine Zolllaufbahn hinweg ordentlich zulegt.
Zulagen: Das Extra obendrauf
Das Grundgehalt ist nur ein Teil deines Zoll-Gehalts. Je nach Dienst kommen Zulagen dazu, die sich richtig summieren können:
- Polizei-/Vollzugszulage: Beamte im Vollzugsdienst – etwa in der Kontrolleinheit oder bei der Zollfahndung – können eine monatliche Stellenzulage erhalten. Sie ist als fester Monatsbetrag gedacht und honoriert die besonderen Anforderungen des Vollzugs. Wie Zoll und Bundespolizei bei Besoldung und Zulagen im Vergleich abschneiden, zeigt der Besoldungsvergleich Zoll und Polizei.
- Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten (früher Wechselschichtzulage): Wer mit wechselnden Dienstbeginnen und Nachtdiensten arbeitet, zum Beispiel an Flughäfen oder im Grenzdienst, erhält nach der Erschwerniszulagenverordnung 2,40 Euro je Nachtdienststunde (höchstens 108 Euro im Monat) plus Erhöhungs- und Zusatzbeträge – Details im Überblick Zulagen beim Zoll.
- Erschwerniszulagen: Für besonders belastende Tätigkeiten – etwa Dienst zu ungünstigen Zeiten oder unter erschwerten Bedingungen – gibt es gesonderte Zuschläge.
- Familienzuschlag: Bist du verheiratet oder hast Kinder, erhöht sich deine Besoldung um den Familienzuschlag. Er steigt mit der Zahl der Kinder und ist ein echter Vorteil gegenüber vielen Tarifjobs.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Beamtin in A8 im Wechselschichtdienst an einem Flughafen, verheiratet mit zwei Kindern, hat am Monatsende deutlich mehr auf dem Konto als das reine Grundgehalt der Tabelle vermuten lässt – weil Schicht-, Vollzugs- und Familienzuschläge zusammenkommen.
Zoll-Gehalt 2026: Tabelle A 7 bis A 13
Die Tabelle zeigt das monatliche Grundgehalt brutto nach Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes – jeweils die Einstiegsstufe 1 und die Endstufe 8, dazu die Amtsbezeichnung beim Zoll. Nicht enthalten sind Familienzuschlag und Zulagen; die seit Mai 2026 tatsächlich gezahlten Abschlagsbeträge stehen in der zweiten Tabelle. Alle acht Stufen je Besoldungsgruppe stehen in der Besoldungstabelle für den Zoll.
| Besoldungsgruppe | Amt beim Zoll | Stufe 1 | Stufe 8 (Endstufe) |
|---|---|---|---|
| A 6 | Zollsekretär/in (bis 2019 Eingangsamt; seit 2020 kein Amt des mittleren Zolldienstes mehr, Wert zum Vergleich) | 2.833,40 € | 3.416,11 € |
| A 7 | Zollobersekretär/in (Eingangsamt mittlerer Dienst seit 2020) | 2.963,97 € | 3.684,10 € |
| A 8 | Zollhauptsekretär/in | 3.123,39 € | 3.982,32 € |
| A 9 | Zollamtsinspektor/in (Endamt mittlerer Dienst) · Zollinspektor/in (Eingangsamt gehobener Dienst) | 3.354,26 € | 4.283,30 € |
| A 10 | Zolloberinspektor/in | 3.575,51 € | 4.774,53 € |
| A 11 | Zollamtmann / Zollamtfrau | 4.056,80 € | 5.299,72 € |
| A 12 | Zollamtsrat/-rätin | 4.334,26 € | 5.814,97 € |
| A 13 | Zolloberamtsrat/-rätin (Endamt gehobener Dienst) | 5.046,30 € | 6.427,89 € |
Nach Anlage IV erhöht sich das Grundgehalt in A 6 im mittleren Dienst um 25,15 € und in A 9 und A 10 im gehobenen Dienst um 10,97 € – diese Erhöhungsbeträge sind in der Tabelle nicht eingerechnet.
Rechtsstand Bundesbesoldung (geprüft am 24. September 2026)
- Verbindlich ist die Grundgehaltstabelle der Anlage IV BBesG, gültig seit 1. März 2024 (Anwärtergrundbeträge: Anlage VIII).
- Tatsächlich gezahlt: Im Vorgriff auf die Übertragung des Tarifergebnisses zahlt der Bund Abschläge – plus 3,0 Prozent rückwirkend ab 1. April 2025 (laut BMI ab der Bezügezahlung für Dezember 2025) und weitere 2,8 Prozent seit Mai 2026, jeweils unter Vorbehalt des späteren Gesetzes (BMI, 3. September 2025). Das Bundesalimentationsgesetz ist noch nicht beschlossen.
- Entwurf: Das Bundesalimentationsgesetz, das die Erhöhung festschreiben und die Stufe 1 streichen soll, ist ein Referentenentwurf vom 14. April 2026 – kein Kabinettsbeschluss, nicht verkündet, nicht in Kraft (BMI-Verfahrensseite). Entwurfswerte zeigen wir deshalb nicht als geltende Beträge.
Tatsächlich gezahlt seit Mai 2026: Abschlagsbeträge
Diese Beträge werden seit Mai 2026 als Abschlag unter Vorbehalt gezahlt (BAlimentG noch nicht beschlossen). Sie ergeben sich aus der Tabelle oben mit plus 3,0 und plus 2,8 Prozent und liegen damit höher als die gesetzlichen Werte; ob das Gesetz sie später genau so festschreibt, ist offen. Die Zeile A 6 steht auch hier nur zum Vergleich.
| Besoldungsgruppe | Stufe 1 | Stufe 8 (Endstufe) |
|---|---|---|
| A 6 | 3.000,12 € | 3.617,11 € |
| A 7 | 3.138,37 € | 3.900,87 € |
| A 8 | 3.307,17 € | 4.216,64 € |
| A 9 | 3.551,63 € | 4.535,33 € |
| A 10 | 3.785,90 € | 5.055,47 € |
| A 11 | 4.295,50 € | 5.611,55 € |
| A 12 | 4.589,29 € | 6.157,12 € |
| A 13 | 5.343,23 € | 6.806,11 € |
Zwei Rechenbeispiele
Eine Zollobersekretärin in A 7, Stufe 3 hat laut Anlage IV ein Grundgehalt von 3.164,65 € brutto im Monat. Ein Zollinspektor, der nach dem Studium in A 9 beginnt und nach zwei Jahren in Stufe 2 aufrückt, kommt auf 3.457,34 € plus 10,97 € Erhöhungsbetrag für den gehobenen Dienst, zusammen also 3.468,31 € – vorausgesetzt, es wurden keine Vorzeiten angerechnet. Tatsächlich gezahlt werden seit Mai 2026 als Abschlag unter Vorbehalt 3.350,86 € (A 7, Stufe 3) bzw. 3.660,77 € in A 9, Stufe 2 – dort noch ohne den Erhöhungsbetrag. Familienzuschlag und Zulagen kommen gegebenenfalls hinzu; die genaue Summe weist die Bezügemitteilung aus.
Aufstieg in die nächste Laufbahn: der größte Gehaltshebel
Erfahrungsstufen und Beförderungen bewegen dich innerhalb deiner Laufbahn. Den größten Sprung bringt der Wechsel in die nächsthöhere Laufbahn: Wer aus dem mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigt, hat statt A 9 plötzlich A 13 als Endamt vor sich. Zwischen der Endstufe von A 9 (4.283,30 €) und der von A 13 (6.427,89 €) liegen gut 2.100 € Grundgehalt im Monat. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber zum Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Zolldienst; eine durchgerechnete Laufbahn zeigt die Gehaltsentwicklung am Beispiel einer Karriere.
Brutto ist nicht gleich Netto: Der Beamten-Vorteil
Hier wird es für Beamte besonders interessant. Als Zollbeamter zahlst du keine Sozialabgaben im klassischen Sinn: keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Dadurch bleibt von deinem Brutto deutlich mehr übrig als bei Angestellten mit dem gleichen Bruttolohn. Vom Grundgehalt gehen im Wesentlichen Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag ab.
Dafür organisierst du deine Absicherung anders. Beamte sind in der Regel über die Beihilfe abgesichert: Der Dienstherr übernimmt einen prozentualen Anteil deiner Krankheitskosten. Den Rest deckst du über eine private Krankenversicherung (PKV) ab, die auf den Beihilfeanspruch zugeschnitten ist. Diese PKV-Beiträge musst du selbst tragen – das relativiert den Netto-Vorteil ein Stück weit, gerade mit Familie.
Das Thema PKV und Beihilfe ist wichtig, aber kein Hexenwerk. Wenn du dich frühzeitig informierst, vermeidest du teure Fehler. Eine neutrale Erstinformation zu beihilfekonformen Tarifen kannst du dir bei einem spezialisierten Anbieter anfordern – das ist sinnvoll, bevor deine Verbeamtung ansteht. Eine individuelle rechtliche oder steuerliche Prüfung ersetzt das nicht.
FAQ zum Zoll-Gehalt
Verdient man im gehobenen Dienst beim Zoll mehr als im mittleren?
Ja, in der Regel deutlich. Der gehobene Dienst startet höher (Eingangsamt A9) und reicht bis A13, während der mittlere Dienst von A7 bis A9 läuft. Dafür ist der Zugang an ein duales Studium geknüpft.
Bekomme ich schon während der Ausbildung Geld?
Ja. Als Anwärter erhältst du Anwärterbezüge – sowohl in der Ausbildung zum mittleren Dienst als auch im dualen Studium für den gehobenen Dienst. Damit musst du nicht ohne Einkommen lernen.
Warum steigt mein Gehalt, obwohl ich nicht befördert wurde?
Wegen der Erfahrungsstufen. Innerhalb deiner Besoldungsgruppe rückst du nach festgelegten Zeiträumen automatisch eine Stufe nach oben – dein Grundgehalt steigt also auch ohne Beförderung.
Welche Besoldungstabelle gilt beim Zoll 2026?
Verbindlich ist Anlage IV BBesG in der Fassung ab 1. März 2024; die Tabelle oben gibt deren Werte centgenau wieder. Tatsächlich gezahlt werden seit Mai 2026 Abschläge unter Vorbehalt – plus 3,0 Prozent (rückwirkend ab April 2025) und plus 2,8 Prozent; die Beträge stehen in der zweiten Tabelle. Das Bundesalimentationsgesetz ist bislang nur ein Referentenentwurf (Stand: 24. September 2026).
Habe ich als Beamter mehr Netto bei gleichem Brutto?
Tendenziell ja, weil keine klassischen Sozialabgaben anfallen. Allerdings musst du deine private Krankenversicherung ergänzend zur Beihilfe selbst zahlen, was den Vorteil teilweise ausgleicht.
Rechtsgrundlagen und Quellen
- § 27 BBesG – Bemessung des Grundgehalts (Erfahrungsstufen)
- Anlage IV BBesG – Grundgehaltssätze, gültig ab 1. März 2024
- Anlage VIII BBesG – Anwärtergrundbeträge
- Anlage I BBesG – Bundesbesoldungsordnung A (Amtsbezeichnungen)
- BMI, Pressemitteilung vom 3. September 2025 – Abschlagszahlungen
- BMI – Gesetzgebungsverfahren Bundesalimentationsgesetz (Umsetzungsstand)
Rechtsstand: September 2026 (Anlage IV in der Fassung ab 1. März 2024). Geprüft von Andreas Rothermund anhand der verlinkten amtlichen Fassungen.
Was vom Gehalt bleibt, wenn der Dienst endet
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