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Standorte der Zoll-Bildungseinrichtungen
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Standorte der Zoll-Bildungseinrichtungen

Wo die Ausbildung und das Studium beim Zoll stattfinden und was die wichtigsten Bildungsstandorte ausmacht.

Andreas Rothermund
6 Min Lesezeit

Deine Zoll-Ausbildung findet nicht irgendwo statt, sondern an spezialisierten Bildungseinrichtungen des Bundes. Für viele Bewerberinnen und Bewerber ist die Frage, wo sie lernen werden und wie weit das von zu Hause entfernt liegt, mindestens so wichtig wie die Inhalte. Dieser Ratgeber ordnet die Standorte ein, erklärt, wie sie zugewiesen werden, und was das für deinen Alltag während der Ausbildung bedeutet.

Wer die Ausbildung trägt

Zuständig für die fachtheoretische Ausbildung ist das Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung (BWZ) mit mehreren Dienstorten sowie die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Finanzen. Beide Einrichtungen gehören zum Bund, nicht zu einem einzelnen Bundesland – deshalb kann dein Lehrgangsort bundesweit liegen. Die aktuell genutzten Standorte und ihre Zuordnung zu den Laufbahnen veröffentlicht der Zoll auf zoll.de; sie ändern sich über die Jahre, weshalb du dich vor der Bewerbung dort über den Stand informieren solltest. Der Zuschnitt hat einen einfachen Hintergrund: Der Zoll bildet für den Bedarf im gesamten Bundesgebiet aus und bündelt die fachtheoretische Ausbildung an wenigen spezialisierten Zentren, statt sie in der Fläche zu verteilen. Für dich bedeutet das, dass Lehrgangsort und Heimatort auseinanderfallen können – ein Umstand, den du von Anfang an einplanen solltest.

Ausbildung im mittleren Dienst

Die zweijährige Ausbildung für den mittleren Dienst wechselt zwischen fachtheoretischen Lehrgängen an den Bildungszentren des Bundes – etwa an Standorten wie Plessow, Rostock oder Sigmaringen – und praktischen Abschnitten bei einem Hauptzollamt in deiner Nähe. Welche Themen dich dabei erwarten, beschreibt der Überblick zur Ausbildung im mittleren Zolldienst. Die Theoriephasen sind Präsenzlehrgänge; du lernst dort im Klassenverband mit anderen Anwärterinnen und Anwärtern.

Studium im gehobenen Dienst

Der gehobene Dienst führt über ein dreijähriges duales Studium „Zolldienst des Bundes“ (Bachelor of Laws) an der Hochschule des Bundes, Fachbereich Finanzen in Münster. Theorie an der Hochschule und Praxis bei den Dienststellen wechseln sich ab. Wie das Studium aufgebaut ist und welche Voraussetzungen gelten, erklärt der Ratgeber zum dualen Studium im gehobenen Zolldienst. Auch hier gilt: Der Studienort wird zugewiesen, die spätere Dienststelle ist davon unabhängig.

Was die Standorte bieten

Die Bildungseinrichtungen sind auf Ausbildung ausgelegt und bieten in der Regel mehr als reine Lehrsäle:

  • moderne Unterrichts- und Prüfungsräume für den Klassenverband
  • Sportanlagen für den Dienstsport und die Vorbereitung auf den Sporttest
  • an vielen Orten Unterkünfte auf dem Gelände zu günstigen Sätzen
  • Gemeinschaftseinrichtungen wie Mensa und Aufenthaltsbereiche

Der gemeinsame Lehrgangsalltag hat einen Nebeneffekt, den viele unterschätzen: Man lernt eng mit anderen zusammen, was den Einstieg erleichtert und oft über die Ausbildung hinaus trägt. Wer während der Woche am Lehrgangsort wohnt, verbringt auch die Freizeit mit dem Jahrgang – daraus entstehen Netzwerke, die später über Dienststellen hinweg nützlich sind.

Standort und persönliche Lebensplanung

Für viele ist die Ausbildung der erste längere Abschnitt fern des Elternhauses oder des Partners. Das lässt sich gut bewältigen, wenn man die Rahmenbedingungen kennt. Zwei Fragen solltest du früh klären: Wie kommst du zwischen Wohnort und Lehrgangsort hin und her, und wie ist die auswärtige Unterbringung geregelt? Beides ist nicht dem Zufall überlassen – für Fahrten und für die Unterkunft am Lehrgangsort bestehen feste Regelungen, und die Bildungszentren sind auf pendelnde und auswärts untergebrachte Anwärter eingestellt. Wer eine Familie hat oder eine besonders weite Anreise, sollte das nicht verschweigen, sondern früh mit der Ausbildungsstelle besprechen; für Härtefälle gibt es Spielräume, aber nur, wenn sie rechtzeitig bekannt sind. So vermeidest du, dass die Entfernung zum Problem wird, das sich mit etwas Planung hätte lösen lassen.

Wie der Standort zugewiesen wird

Die Zuweisung richtet sich nach dem Bedarf und den Kapazitäten der Bildungseinrichtungen. Wünsche kannst du angeben, ein Anspruch entsteht daraus nicht. Wer bei der Bewerbung angibt, bundesweit einsetzbar zu sein, erhöht seine Chancen im Verfahren spürbar. Praktisch heißt das für die Ausbildungszeit oft: Wochenpendeln oder eine Unterkunft am Lehrgangsort mit Heimfahrten am Wochenende. Für Fahrten zwischen Wohnort und Ausbildungsort gibt es Regelungen zum Reisekostenersatz und Trennungsgeld, die du kennen solltest, bevor du deine Wohnsituation planst.

Was das für deinen Alltag bedeutet

Rechne damit, dass Theorie- und Praxisphasen an unterschiedlichen Orten liegen können. Die Praxisphasen absolvierst du meist an einem Hauptzollamt, während die Lehrgänge am jeweiligen Bildungszentrum stattfinden. Finanziell wirst du in dieser Zeit nicht allein gelassen: Über die gesamte Ausbildung erhältst du Anwärterbezüge, und für auswärtige Unterbringung greifen die genannten Erstattungsregelungen. Wer früh mit der Ausbildungsstelle über eine weite Anreise spricht, findet in Härtefällen eher Spielräume, als wer erst kurz vor Lehrgangsbeginn nachfragt.

Häufige Fragen

Wo werde ich ausgebildet?

Im mittleren Dienst an den Bildungszentren des Bundes im Wechsel mit Praxis beim Hauptzollamt, im gehobenen Dienst an der Hochschule des Bundes, Fachbereich Finanzen. Die aktuell genutzten Standorte stehen auf zoll.de.

Kann ich mir den Standort aussuchen?

Du kannst Wünsche angeben, ein Anspruch besteht nicht. Die Zuweisung erfolgt nach Bedarf und Kapazität. Wer bundesweite Einsetzbarkeit angibt, verbessert seine Chancen im Auswahlverfahren.

Gibt es Unterkünfte am Ausbildungsort?

An vielen Standorten gibt es Unterkünfte auf dem Gelände zu günstigen Sätzen. Die genauen Konditionen erfährst du mit deiner Einstellung; für Fahrten und auswärtige Unterbringung bestehen Erstattungsregelungen.

Ist der Ausbildungsort auch mein späterer Arbeitsort?

Nein. Die spätere Dienststelle nach der Ausbildung ist vom Lehrgangs- oder Studienort unabhängig und muss nicht in dessen Nähe liegen.



In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt

Wirst du als Anwärter oder Beamter auf Probe dienstunfähig, bekommst du vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit in der Regel kein Ruhegehalt – es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf einen Dienstunfall oder eine im Dienst erlittene Schädigung zurück – dann greift die Unfallfürsorge. Kostenlose Erstinformation anfordern:

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