
Gehalt mittlerer Dienst Zoll 2026: A7–A9 Tabelle
Du überlegst, dich beim Zoll für den mittleren Dienst zu bewerben – und die erste Frage, die dir durch den Kopf geht, ist meist: „Was verdiene ich da eigentlich?“ Verständlich. Geld ist nicht alles, aber es hilft enorm bei der Entscheidung, wenn du ungefähr weißt, was nach der Ausbildung auf deinem Konto landet und wie sich das über die Jahre entwickelt. In diesem Artikel schauen wir uns das Schritt für Schritt an: vom Einstieg über die Erfahrungsstufen bis zur Beförderung, dazu die typischen Zulagen und ein ehrlicher Blick auf den Unterschied zwischen brutto und netto. Wie sich der mittlere gegen den gehobenen Dienst schlägt, zeigt der Vergleich Zoll-Gehalt 2026: A 7 bis A 13 mit Tabelle. Wie der Zoll beim Gehalt im Vergleich zur Bundespolizei abschneidet, zeigt der Besoldungsvergleich Zoll und Polizei.
Zoll Gehalt im mittleren Dienst: So sieht der Einstieg aus
Im mittleren Dienst der Bundeszollverwaltung bist du Beamter auf Widerruf, sobald deine zweijährige Ausbildung startet. Das heißt: Du bekommst schon während der Ausbildung Geld – sogenannte Anwärterbezüge. Der Anwärtergrundbetrag im mittleren Dienst beträgt nach Anlage VIII BBesG 1.473,37 Euro brutto im Monat (gültig seit 1. März 2024); zusätzlich zahlt der Bund Abschläge auf die geplante Erhöhung unter Vorbehalt. Mehr dazu im Ratgeber zu den Anwärterbezügen beim Zoll.
Richtig los geht es nach der bestandenen Laufbahnprüfung. Dann wirst du in der Regel in der Besoldungsgruppe A7 eingestellt; spätere Beförderungen nach A8 und A9 hängen von Planstellen, Beurteilung und Wartezeiten ab. Dein Gehalt richtet sich dann nicht mehr nach „Ausbildungsvergütung“, sondern nach der Bundesbesoldungsordnung A – und die ist öffentlich einsehbar.
Ein Beispiel, wie das praktisch aussieht: Du schließt deine Ausbildung am Bildungs- und Wissenschaftszentrum (BWZ) der Bundesfinanzverwaltung ab, wirst zum „Zollobersekretär“ ernannt – das ist die Amtsbezeichnung in A7 – und arbeitest danach zum Beispiel in der Abfertigung, im Kontrolldienst oder bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.
Was vom Gehalt bleibt, wenn der Dienst endet
Die Besoldung fällt bei vorzeitiger Dienstunfähigkeit auf einen Bruchteil. Kostenlose Erstinformation anfordern:
Von A7 bis A9: die Entwicklung über die Jahre
Der mittlere Zolldienst umfasst seit 2020 die Besoldungsgruppen A7 bis A9. Dein Gehalt wächst dabei auf zwei Wegen: durch Erfahrungsstufen und durch Beförderungen.
Die Erfahrungsstufen steigen automatisch mit der Zeit. In jeder Besoldungsgruppe gibt es mehrere Stufen (in der Regel acht), und du rückst nach festen Erfahrungszeiten auf: zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7 (§ 27 BBesG). Du musst dafür nichts Besonderes tun außer deinen Job ordentlich machen; das ist schlicht eine Anerkennung deiner Berufserfahrung.
Die Beförderung ist der größere Hebel. Sie bringt dich von A7 auf A8 und schließlich A9. Eine Beförderung hängt von freien Planstellen, deiner Beurteilung und der Wartezeit ab – sie kommt also nicht automatisch, ist im mittleren Dienst aber ein üblicher Weg. Wer engagiert ist und passende Verwendungen übernimmt, erreicht im Laufe der Jahre meist A8 oder A9.
Zur Orientierung, welche Verwendungen typischerweise zu welcher Besoldungsgruppe gehören:
- A7 (Zollobersekretär/in): Einstieg direkt nach der Ausbildung (Eingangsamt seit 2020), zum Beispiel in der Warenabfertigung, im allgemeinen Kontrolldienst oder im Streifendienst.
- A8 (Zollhauptsekretär/in): erfahrene Kräfte mit anspruchsvolleren Aufgaben, etwa bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit oder in spezialisierten Einheiten.
- A9 (Zollamtsinspektor/in): das Spitzenamt im mittleren Dienst, häufig mit Verantwortung für kleinere Teams oder besonders fordernde Tätigkeiten.
Gehalt mittlerer Dienst: Tabelle A 7 bis A 9
Die Tabelle zeigt das monatliche Grundgehalt brutto nach Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes für alle acht Erfahrungsstufen. Familienzuschlag und Zulagen sind nicht enthalten; was seit Mai 2026 tatsächlich als Abschlag gezahlt wird, zeigt die zweite Tabelle.
| Gruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | Stufe 7 | Stufe 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A 6 | 2.833,40 € | 2.931,00 € | 3.029,92 € | 3.105,51 € | 3.183,86 € | 3.259,46 € | 3.343,26 € | 3.416,11 € |
| A 7 | 2.963,97 € | 3.050,57 € | 3.164,65 € | 3.281,42 € | 3.395,49 € | 3.510,94 € | 3.597,53 € | 3.684,10 € |
| A 8 | 3.123,39 € | 3.227,85 € | 3.374,87 € | 3.523,33 € | 3.671,73 € | 3.774,80 € | 3.879,24 € | 3.982,32 € |
| A 9 | 3.354,26 € | 3.457,34 € | 3.619,52 € | 3.784,42 € | 3.946,56 € | 4.056,80 € | 4.171,47 € | 4.283,30 € |
Die Zeile A 6 steht nur zum Vergleich: Beim Zoll gehört A 6 seit 2020 nicht mehr zum mittleren Dienst, das Eingangsamt ist A 7 (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c BBesG). In A 6 erhöht sich das Grundgehalt im mittleren Dienst um 25,15 € (Anlage IV). A 9 ist im mittleren Dienst das Endamt Zollamtsinspektor/in; der Erhöhungsbetrag von 10,97 € für A 9 gilt nur im gehobenen Dienst.
Rechtsstand Bundesbesoldung (geprüft am 24. September 2026)
- Verbindlich ist die Grundgehaltstabelle der Anlage IV BBesG, gültig seit 1. März 2024 (Anwärtergrundbeträge: Anlage VIII).
- Tatsächlich gezahlt: Im Vorgriff auf die Übertragung des Tarifergebnisses zahlt der Bund Abschläge – plus 3,0 Prozent rückwirkend ab 1. April 2025 (laut BMI ab der Bezügezahlung für Dezember 2025) und weitere 2,8 Prozent seit Mai 2026, jeweils unter Vorbehalt des späteren Gesetzes (BMI, 3. September 2025). Das Bundesalimentationsgesetz ist noch nicht beschlossen.
- Entwurf: Das Bundesalimentationsgesetz, das die Erhöhung festschreiben und die Stufe 1 streichen soll, ist ein Referentenentwurf vom 14. April 2026 – kein Kabinettsbeschluss, nicht verkündet, nicht in Kraft (BMI-Verfahrensseite). Entwurfswerte zeigen wir deshalb nicht als geltende Beträge.
Tatsächlich gezahlt seit Mai 2026: Abschlagsbeträge A 6 bis A 9
Diese Beträge werden seit Mai 2026 als Abschlag unter Vorbehalt gezahlt (BAlimentG noch nicht beschlossen). Die Zeile A 6 steht auch hier nur zum Vergleich; ihr Erhöhungsbetrag ist darin nicht enthalten.
| Gruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 | Stufe 7 | Stufe 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A 6 | 3.000,12 € | 3.103,46 € | 3.208,20 € | 3.288,24 € | 3.371,20 € | 3.451,24 € | 3.539,98 € | 3.617,11 € |
| A 7 | 3.138,37 € | 3.230,07 € | 3.350,86 € | 3.474,50 € | 3.595,28 € | 3.717,53 € | 3.809,21 € | 3.900,87 € |
| A 8 | 3.307,17 € | 3.417,78 € | 3.573,45 € | 3.730,64 € | 3.887,77 € | 3.996,91 € | 4.107,50 € | 4.216,64 € |
| A 9 | 3.551,63 € | 3.660,77 € | 3.832,50 € | 4.007,09 € | 4.178,78 € | 4.295,50 € | 4.416,92 € | 4.535,33 € |
So liest du die Tabelle: Nach der Ausbildung startest du in der Regel in A 7, Stufe 1 – also mit 2.963,97 € brutto, als Abschlag seit Mai 2026 mit 3.138,37 €. Nach zwei Jahren rückst du in Stufe 2 auf, danach alle drei und später alle vier Jahre (§ 27 BBesG). Eine Zollobersekretärin in A 7, Stufe 3 kommt auf 3.164,65 €; ein Zollamtsinspektor in der Endstufe von A 9 auf 4.283,30 €. Mehr zum Spitzenamt steht im Ratgeber zur Besoldungsgruppe A9.
Zulagen: wechselnde Dienstzeiten (früher Wechselschicht), Erschwernis
Das Grundgehalt ist nicht das Ende der Geschichte. Gerade im Zolldienst kommen je nach Verwendung Zulagen dazu, die spürbar etwas ausmachen können.
- Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten (früher Wechselschichtzulage): Wer mit wechselnden Dienstbeginnen und Nachtdiensten arbeitet – etwa im Kontrolldienst an Flughäfen oder Grenzübergängen –, erhält nach §§ 17a ff. EZulV 2,40 Euro je Nachtdienststunde, höchstens 108 Euro im Monat, plus Erhöhungs- und Zusatzbeträge.
- Erschwerniszulagen: Für besonders belastende Tätigkeiten, zum Beispiel Dienst zu ungünstigen Zeiten oder unter erschwerten Bedingungen, sind Zuschläge vorgesehen.
- Stellenzulagen: Bestimmte Verwendungen sind mit einer festen Zulage verbunden.
Ein Praxisbeispiel: Zwei Kollegen mit gleicher Besoldungsgruppe können am Monatsende unterschiedlich viel auf dem Konto haben – einfach weil der eine im Tagdienst sitzt und der andere im Wechselschichtdienst mit entsprechenden Zulagen. Wie hoch diese Zuschläge genau sind, regelt die Erschwerniszulagenverordnung; alle Beträge mit Beispielrechnung stehen im Überblick Zulagen beim Zoll.
Brutto, netto – und warum das beim Beamten anders läuft
Hier liegt ein wichtiger Unterschied zur Privatwirtschaft: Als Beamter zahlst du keine Sozialabgaben – also keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Das bedeutet, dass von deinem Brutto ein vergleichsweise kleiner Teil abgezogen wird. Vom Gehalt gehen im Wesentlichen die Lohnsteuer und der Solidaritätszuschlag (sofern er anfällt) ab.
Der Effekt: Bei gleichem Brutto bleibt einem Beamten oft mehr netto als einem Angestellten. Das klingt erst mal toll – und ist es auch –, aber es gibt eine Gegenseite. Du bist nämlich nicht automatisch krankenversichert. Stattdessen bekommst du Beihilfe vom Dienstherrn, die einen Teil deiner Krankheitskosten übernimmt. Den Rest deckst du in der Regel über eine private Krankenversicherung (PKV) ab, deren Beiträge du selbst trägst.
Das solltest du beim Vergleich „netto Beamter vs. netto Angestellter“ immer mitdenken: Der PKV-Beitrag ist ein realer Posten, der von deinem höheren Netto wieder etwas abgeht. Wie hoch er ausfällt, hängt von Tarif, Alter und Gesundheitszustand ab.
Eine private Absicherung wie PKV oder Dienstunfähigkeitsschutz ist für Beamte ein wichtiges Thema. Dieser Artikel ist dazu nur eine erste Information und ersetzt keine individuelle Prüfung – wenn du es genau wissen willst, kannst du dir zu deiner Situation eine Erstinformation bzw. ein konkretes Angebot anfordern.
Abgrenzung: mittlerer Dienst vs. gehobener Dienst
Damit du das Gehalt richtig einordnest, lohnt der Blick auf die Nachbarlaufbahn. Der gehobene Dienst startet bei A9 und reicht bis A13. Der Einstieg dort setzt allerdings ein duales Studium (Bachelor) voraus, nicht eine Ausbildung – und die Anforderungen bei der Bewerbung sind höher.
Wichtig: Auch wenn der mittlere Dienst „nur“ bis A9 geht und der gehobene Dienst bei A9 beginnt, sind das nicht dieselben Tätigkeiten und nicht automatisch dasselbe Gehalt – die Stufen und Aufgaben unterscheiden sich. Wer im mittleren Dienst gestartet ist, kann sich übrigens über den Aufstieg für den gehobenen Dienst qualifizieren. Das ist ein realistischer Karriereweg, wenn du dich weiterentwickeln willst, ohne von vornherein ein Studium gemacht zu haben.
FAQ
Mit welcher Besoldungsgruppe steige ich nach der Ausbildung ein?
In A 7 als Zollobersekretär/in – das ist beim Zoll seit 2020 das Eingangsamt (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c BBesG). Bei der ersten Ernennung wird in der Regel Stufe 1 festgesetzt: 2.963,97 Euro Grundgehalt (Anlage IV BBesG). Beförderungen nach A 8 und A 9 hängen von Planstellen, Beurteilung und Wartezeiten ab.
Bekomme ich schon während der Ausbildung Geld?
Ja. Als Beamter auf Widerruf erhältst du Anwärterbezüge. Die liegen über einer üblichen Ausbildungsvergütung, sind aber noch nicht das volle Beamtengehalt.
Warum bleibt mir als Beamtin oder Beamter mehr netto?
Weil keine Sozialabgaben anfallen. Dafür musst du dich aber selbst um deine Krankenversicherung kümmern – über Beihilfe plus private Krankenversicherung, deren Beitrag du selbst zahlst.
Steigt mein Gehalt automatisch?
Teilweise. Die Erfahrungsstufen steigen mit der Zeit automatisch. Beförderungen von A7 bis A9 hängen dagegen von freien Stellen, deiner Beurteilung und der Wartezeit ab.
Wo finde ich die offiziellen, aktuellen Beträge?
Verbindlich ist Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes; die Tabelle oben gibt deren Werte centgenau wieder (Stand: 24. September 2026). Tatsächlich gezahlt werden seit Mai 2026 höhere Abschlagsbeträge unter Vorbehalt (zweite Tabelle); das Bundesalimentationsgesetz ist noch nicht beschlossen.
Rechtsgrundlagen und Quellen
- Anlage IV BBesG – Grundgehaltssätze, gültig ab 1. März 2024
- Anlage VIII BBesG – Anwärtergrundbeträge
- § 27 BBesG – Erfahrungsstufen
- §§ 17a und 17b EZulV – Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten
- BMI, Pressemitteilung vom 3. September 2025 – Abschlagszahlungen
- BMI – Gesetzgebungsverfahren Bundesalimentationsgesetz
Rechtsstand: September 2026. Geprüft von Andreas Rothermund anhand der verlinkten amtlichen Fassungen.