
Gehaltsentwicklung beim Zoll: Beispiel-Karriere im gehobenen Dienst
Wie sich das Gehalt beim Zoll über die Jahre entwickelt – vom Einstieg bis in den gehobenen Dienst.
Wie viel verdient man beim Zoll nach fünf, zehn oder zwanzig Jahren? Mit einer einzelnen Zahl lässt sich das nicht beantworten, wohl aber mit dem Mechanismus dahinter – und mit einer durchgerechneten Beispiel-Karriere. Dieser Beitrag zeigt am gehobenen Dienst, wie das Gehalt über Erfahrungsstufen und Beförderungen wächst, und ordnet den mittleren Dienst ein. Alle Beträge stammen aus Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes (gültig seit 1. März 2024).
Der Einstieg in die Laufbahn
Im mittleren Dienst beginnst du nach der Ausbildung in der Besoldungsgruppe A 7, im gehobenen Dienst nach dem dualen Studium in A 9. Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus sich alles Weitere entwickelt. Die Beträge für den mittleren Dienst zeigt der Überblick zum Gehalt im mittleren Dienst, die vollständige Staffelung über alle Gruppen und Stufen die Besoldungstabelle des Bundes mit Erfahrungsstufen.
Wie das Grundgehalt über die Jahre wächst
Das Gehalt steigt aus zwei Quellen: durch das Aufrücken in den Erfahrungsstufen und durch Beförderungen in eine höhere Besoldungsgruppe. Die Erfahrungsstufen folgen festen Zeiten nach § 27 BBesG: zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7. Nach 23 Jahren ist die Endstufe 8 erreicht – vorausgesetzt, die Leistungen entsprechen den Anforderungen und es gibt keine Zeiten ohne Bezüge. Beförderungen hängen dagegen von freien Planstellen und Beurteilungen ab; wie das abläuft, erklärt der Beitrag zur Beförderung im Zoll.
Beispiel-Karriere im gehobenen Dienst: A 9 über 23 Jahre
Jonas beginnt nach dem dualen Studium als Zollinspektor in A 9, Stufe 1. Vorzeiten werden nicht angerechnet, befördert wird er in diesem Rechenbeispiel zunächst nicht. So entwickelt sich sein Grundgehalt brutto im Monat, jeweils einschließlich des Erhöhungsbetrags von 10,97 Euro für A 9 im gehobenen Dienst:
| Dienstjahre in A 9 | Erfahrungsstufe | Grundgehalt A 9 (gehobener Dienst) |
|---|---|---|
| 1. und 2. Jahr | Stufe 1 | 3.365,23 € |
| 3. bis 5. Jahr | Stufe 2 | 3.468,31 € |
| 6. bis 8. Jahr | Stufe 3 | 3.630,49 € |
| 9. bis 11. Jahr | Stufe 4 | 3.795,39 € |
| 12. bis 15. Jahr | Stufe 5 | 3.957,53 € |
| 16. bis 19. Jahr | Stufe 6 | 4.067,77 € |
| 20. bis 23. Jahr | Stufe 7 | 4.182,44 € |
| ab dem 24. Jahr | Stufe 8 | 4.294,27 € |
Allein über die Stufen wächst das Grundgehalt in A 9 also um knapp 930 Euro. Den größeren Hebel haben Beförderungen: Die Endstufen der höheren Ämter liegen bei 4.785,50 Euro in A 10 (mit Erhöhungsbetrag), 5.299,72 Euro in A 11, 5.814,97 Euro in A 12 und 6.427,89 Euro in A 13, dem Endamt des gehobenen Dienstes. Wer im Lauf der Jahre bis A 12 oder A 13 befördert wird, liegt damit um 1.500 bis gut 2.100 Euro über der Endstufe von A 9. Tatsächlich gezahlt werden seit Mai 2026 Abschlagsbeträge unter Vorbehalt (das Bundesalimentationsgesetz ist noch nicht beschlossen): in A 9 zum Beispiel 3.551,63 € in Stufe 1 und 4.535,33 € in Stufe 8, jeweils ohne Erhöhungsbetrag. Hinzu kommen Familienzuschlag und Zulagen. Die Übersicht zum Gehalt im gehobenen Dienst von A 9 bis A 13 zeigt alle Stufen dieser Ämter.
In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt
Wirst du als Anwärter oder Beamter auf Probe dienstunfähig, bekommst du vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit in der Regel kein Ruhegehalt – es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf einen Dienstunfall oder eine im Dienst erlittene Schädigung zurück – dann greift die Unfallfürsorge. Kostenlose Erstinformation anfordern:
Der Weg aus dem mittleren Dienst
Wer im mittleren Dienst startet, beginnt in A 7, Stufe 1 mit 2.963,97 Euro und erreicht in A 7 ohne Beförderung nach 23 Jahren 3.684,10 Euro. Das Endamt des mittleren Dienstes ist A 9 als Zollamtsinspektor. Viele nutzen deshalb den Aufstieg in den gehobenen Dienst, der die Ämter bis A 13 öffnet. Wer direkt nach dem dualen Studium im gehobenen Dienst einsteigt, spart sich diesen Umweg.
Was die Karriere finanziell beschleunigt
- Der Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst öffnet die höheren Besoldungsgruppen.
- Verwendungen mit Zulagen, etwa mit Polizeizulage oder Dienst zu wechselnden Zeiten in den Kontrolleinheiten – alle Beträge im Überblick Zulagen beim Zoll.
- Gute Beurteilungen, die über die Beförderungszeitpunkte entscheiden.
Verbreitete Irrtümer zum Zoll-Gehalt
Ein verbreiteter Irrtum ist, das Beamtengehalt sei gegenüber der freien Wirtschaft grundsätzlich niedrig. Der Vergleich hinkt, solange Beihilfe, sichere Beschäftigung und spätere Versorgung nicht eingerechnet werden. Ebenso falsch ist die Annahme, mit der Verbeamtung stehe das Einkommen fest: Es wächst über Erfahrungsstufen und Beförderungen planbar weiter. Und schließlich ist nicht jede Zulage dauerhaft – verwendungsbezogene Zulagen entfallen, wenn die zulageberechtigende Tätigkeit endet.
Was zum Grundgehalt noch dazukommt
Dazu kommen Bestandteile, die nicht an der Besoldungsgruppe hängen: der Familienzuschlag für Verheiratete und je Kind, Zulagen für Dienst zu wechselnden Zeiten und zu ungünstigen Zeiten sowie Stellen- und Erschwerniszulagen für bestimmte Verwendungen. Wer im Schichtdienst arbeitet, liegt dadurch spürbar über einer Kollegin derselben Besoldungsgruppe im Innendienst. Der dritte Faktor ist die Beihilfe: Als Beamter zahlst du keine Sozialversicherungsbeiträge, sicherst aber den Teil der Krankheitskosten, den die Beihilfe nicht trägt, privat ab.
Häufige Fragen
Steigt das Gehalt beim Zoll automatisch?
Ja, über die Erfahrungsstufen: zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7 (§ 27 BBesG). Zusätzliche Sprünge kommen durch Beförderungen in eine höhere Gruppe.
Wie komme ich auf A13?
A 13 ist das Endamt des gehobenen Dienstes. Du erreichst es über den gehobenen Dienst – per dualem Studium oder über den Aufstieg aus dem mittleren Dienst – und die entsprechenden Beförderungen. Die Endstufe von A 13 liegt bei 6.427,89 Euro Grundgehalt.
Was kommt außer dem Grundgehalt noch dazu?
Der Familienzuschlag, je nach Verwendung Zulagen wie die Polizeizulage oder die Zulage für Dienst zu wechselnden Zeiten sowie die seit Mai 2026 unter Vorbehalt gezahlten Abschläge auf die geplante Besoldungserhöhung.
Bekomme ich schon während der Ausbildung Geld?
Ja, Anwärterbezüge: nach Anlage VIII BBesG 1.473,37 Euro im mittleren und 1.744,22 Euro im gehobenen Dienst als Anwärtergrundbetrag. Für Anwärter mit Studium kann der Dienstherr die Anwärterbezüge an Auflagen knüpfen (§ 59 Abs. 5 BBesG); welche gelten, steht in den Einstellungsunterlagen.
Rechtsgrundlagen und Quellen
- § 27 BBesG – Erfahrungsstufen
- Anlage IV BBesG – Grundgehaltssätze, gültig ab 1. März 2024
- Anlage VIII BBesG – Anwärtergrundbeträge
- § 59 BBesG – Anwärterbezüge
- BMI, Pressemitteilung vom 3. September 2025 – Abschlagszahlungen
Rechtsstand: September 2026. Geprüft von Andreas Rothermund anhand der verlinkten amtlichen Fassungen.