Höherer Zolldienst
Der höhere Zolldienst ist die Führungslaufbahn der Bundeszollverwaltung — der Zoll sucht dafür Volljuristinnen und Volljuristen, die von Anfang an Leitungsverantwortung übernehmen wollen. Den direkten Vergleich aller drei Laufbahnen findest du im Laufbahn-Vergleichstool.
Voraussetzungen für den höheren Zolldienst
Für den Direkteinstieg in den höheren Zolldienst gilt: Volljuristin oder Volljurist mit mindestens zwei befriedigenden Staatsexamina. Besondere Fachkenntnisse oder Führungserfahrung setzt der Zoll nicht voraus. Dazu kommen die deutsche bzw. EU-Staatsangehörigkeit, ein einwandfreies Führungszeugnis, die gesundheitliche Eignung sowie eine Sicherheitsüberprüfung. Eingestellt wird grundsätzlich ganzjährig über konkrete Stellenausschreibungen. Die Auswahl fällt auf Basis eines rund zweistündigen, strukturierten Interviews, bei dem der Bereich Führung zusätzlich mit einem sequenziellen Element geprüft wird. Einen Sporttest oder ein Sportabzeichen nennt der Zoll für den höheren Dienst nicht. Für Juristinnen und Juristen ist der höhere Dienst damit selbst ein Direkteinstieg; andere Wege mit Berufserfahrung beschreibt der Ratgeber Quereinsteiger beim Zoll.
In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt
Wirst du als Anwärter oder Beamter auf Probe dienstunfähig, bekommst du vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit in der Regel kein Ruhegehalt – es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf einen Dienstunfall oder eine im Dienst erlittene Schädigung zurück – dann greift die Unfallfürsorge. Kostenlose Erstinformation anfordern:
Berufseinführung statt Referendariat
Das juristische Referendariat hast du mit dem zweiten Staatsexamen bereits hinter dir; beim Zoll steigst du direkt als Führungskraft ein. Es folgt eine Berufseinführung, die in der Regel 12 Monate dauert (der Zoll bezeichnet sie als Vorbereitungsdienst). Zum Start im ersten Jahr gehört ein Lehrgang über mehrere Wochen in Münster, der ohne Prüfung endet; die Führungskräftefortbildung baut danach in Modulen darauf auf.
Aufgaben & Verwendung
Im höheren Dienst übernimmst du Führungs- und Spezialistenaufgaben — etwa als Sachgebietsleitung an einem Hauptzollamt oder als Referentin bzw. Referent in der Generalzolldirektion. Der Weg reicht bis zur Leitung einer Ortsbehörde und in die höchsten Führungsfunktionen; auch ein Einsatz im Bundesministerium der Finanzen kommt in Betracht.
Einstieg in A 13: Gehalt und Aufstieg im höheren Dienst
Der Einstieg erfolgt als Regierungsrätin bzw. Regierungsrat in A 13h. Weil die Einstiegsdienstposten sowohl nach A 13h als auch nach A 14 bewertet sind, ist eine Beförderung zur Oberregierungsrätin bzw. zum Oberregierungsrat schon dort möglich. Dienstposten ab A 15 werden grundsätzlich behördenintern bundesweit ausgeschrieben. Da Beamtinnen und Beamte keine Sozialabgaben zahlen, bleibt vom Brutto vergleichsweise viel netto. Details: Zoll-Gehalt 2026 (A7–A13).
Aufstieg in den höheren Dienst
Neben dem Direkteinstieg gibt es einen weiteren Weg in diese Laufbahn: den Aufstieg aus dem gehobenen Dienst. Ihn regelt die Bundeslaufbahnverordnung (BLV). Wer im Auswahlverfahren erfolgreich ist und nach der Rangfolge zum Aufstieg zugelassen wird, durchläuft danach einen Vorbereitungsdienst, eine fachspezifische Qualifizierung oder den Weg über einen Masterabschluss mit berufspraktischer Einführung. Welche dieser Wege angeboten werden, steht jeweils in der Ausschreibung. Voraussetzungen und Ablauf erklärt der Ratgeber Höherer Dienst beim Zoll: Einstieg und Aufstieg.
Bewerbung
Beworben wird sich auf konkrete Stellenausschreibungen, die der Zoll in der Rubrik „Stellenangebote“ veröffentlicht. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in unserem Ratgeber zur Bewerbung beim Zoll.
Häufige Fragen — Höherer Zolldienst
Welcher Abschluss wird für den höheren Zolldienst verlangt?
Für den Direkteinstieg wird vorausgesetzt: Volljuristin oder Volljurist mit mindestens zwei befriedigenden Staatsexamina. Hinzu kommen die gesundheitliche und persönliche Eignung sowie die Sicherheitsüberprüfung. Beamtinnen und Beamte des gehobenen Dienstes können außerdem über den Aufstieg nach der Bundeslaufbahnverordnung in den höheren Dienst wechseln.
Wie lange dauert die Einarbeitung im höheren Zolldienst?
Das juristische Referendariat bringst du mit dem zweiten Staatsexamen mit. Beim Zoll folgt eine Berufseinführung, die in der Regel 12 Monate dauert.
Was verdient man im höheren Zolldienst?
Der Einstieg erfolgt in Besoldungsgruppe A 13h, die Einstiegsdienstposten sind nach A 13h und A 14 bewertet; Dienstposten ab A 15 werden behördenintern ausgeschrieben. Konkrete Beträge findest du in unserem Zoll-Gehalt-Überblick (A7–A13).
Stand: September 2026. Quelle: Bundeszollverwaltung (zoll.de, Personal höherer Dienst; zoll-karriere.de).