
Besoldungsgruppe A9 beim Zoll: Gehalt, Erfahrungsstufen & Aufstieg
A9 beim Zoll ist ein Verzahnungsamt: Spitzenamt des mittleren Dienstes (Amtsinspektor) und Eingangsamt des gehobenen Dienstes (Zollinspektor). Alle Fakten zum Grundgehalt nach Erfahrungsstufen (Bundesbesoldung 2026), zu Zulagen und Aufstieg.
Die Besoldungsgruppe A9 nimmt beim Zoll eine besondere Stellung ein: Sie markiert die Nahtstelle zwischen dem mittleren und dem gehobenen Dienst. Wer als Zöllnerin oder Zöllner in A9 eingestuft ist, steht damit entweder am Ende einer langen Laufbahn im mittleren Dienst oder ganz am Anfang des gehobenen Dienstes. Dieser Ratgeber erklärt, was A9 konkret bedeutet, wie sich das A9-Gehalt nach Erfahrungsstufen staffelt und welche Zulagen für Beschäftigte der Bundeszollverwaltung eine Rolle spielen. Einen Überblick über den mittleren und den gehobenen Dienst gibt der Beitrag Zoll-Gehalt 2026: A 7 bis A 13 mit Tabelle.
Was bedeutet Besoldungsgruppe A9?
Besoldungsgruppen ordnen die Grundgehälter von Beamtinnen und Beamten. Der Zoll gehört zur Bundesfinanzverwaltung, seine Beschäftigten sind Bundesbeamte – daher gilt die Bundesbesoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) und nicht die Besoldung eines einzelnen Landes. Das ist wichtig, denn die Länder führen eigene, teils deutlich abweichende Tabellen. Wer Gehälter vergleicht, sollte A9-Werte der Länder also nicht mit den Bundeswerten vermischen. Das Kürzel „A“ steht für die Laufbahnbesoldung, die Zahl für das jeweilige Amt innerhalb dieser Ordnung: Je höher die Zahl, desto höher grundsätzlich Amt und Grundgehalt.
A9 im mittleren vs. gehobenen Dienst
A9 ist ein sogenanntes Verzahnungsamt. Das heißt: Dieselbe Besoldungsgruppe schließt eine Laufbahn ab und eröffnet zugleich die nächste. Für die richtige Einordnung kommt es deshalb entscheidend darauf an, aus welcher Richtung man kommt.
A9 als Spitzenamt des mittleren Dienstes
Im mittleren Dienst ist A9 das Spitzenamt – die höchste erreichbare Stufe dieser Laufbahn. Die Amtsbezeichnung lautet beim Zoll Zollamtsinspektorin bzw. Zollamtsinspektor. Dorthin gelangt man in der Regel durch Beförderung aus A8, meist nach vielen Jahren Berufserfahrung. Für Funktionen, die sich von der übrigen Besoldungsgruppe A 9 abheben, kann nach Anlage I BBesG eine Amtszulage hinzukommen. Ein weiterer regulärer Aufstieg innerhalb des mittleren Dienstes ist von hier aus nicht mehr möglich. Wie sich das Gehalt auf dem Weg zu diesem Spitzenamt entwickelt, zeigt der Ratgeber Gehalt im mittleren Dienst.
A9 als Eingangsamt des gehobenen Dienstes
Im gehobenen Dienst ist A9 dagegen das Eingangsamt – der Startpunkt. Beim Zoll tragen Berufsanfängerinnen und -anfänger dieser Laufbahn die Amtsbezeichnung Zollinspektorin bzw. Zollinspektor. Der Zugang erfolgt über ein duales Studium (Bachelor of Laws „Zolldienst des Bundes“, bis 2023 Diplom-Finanzwirt/in (FH)) im Vorbereitungsdienst. Anders als beim Zollamtsinspektor ist A9 hier kein Endpunkt, sondern der Beginn: Der nächste Schritt ist A10, danach folgen A11, A12 und – je nach Verwendung – höhere Ämter.
A9-Gehalt: Grundgehalt nach Erfahrungsstufen
Das Grundgehalt in A9 richtet sich nach Erfahrungsstufen: acht Stufen, zwei Jahre in Stufe 1, je drei Jahre in den Stufen 2 bis 4 und je vier Jahre in den Stufen 5 bis 7 (§ 27 BBesG). Die Tabelle zeigt die gesetzlichen Beträge nach Anlage IV BBesG (gültig seit 1. März 2024) und daneben, was seit Mai 2026 als Abschlag unter Vorbehalt gezahlt wird (das BAlimentG ist noch nicht beschlossen). Ein Gesetzentwurf sieht zwar den Wegfall der Stufe 1 vor, er ist aber nicht beschlossen – Stufe 1 gilt weiter. Die Nachbargruppen mit allen Stufen zeigt die Besoldungstabelle für den Zoll.
| Erfahrungsstufe | A 9 gesetzlich | A 9 gezahlt seit Mai 2026 (Abschlag) |
|---|---|---|
| Stufe 1 | 3.354,26 € | 3.551,63 € |
| Stufe 2 | 3.457,34 € | 3.660,77 € |
| Stufe 3 | 3.619,52 € | 3.832,50 € |
| Stufe 4 | 3.784,42 € | 4.007,09 € |
| Stufe 5 | 3.946,56 € | 4.178,78 € |
| Stufe 6 | 4.056,80 € | 4.295,50 € |
| Stufe 7 | 4.171,47 € | 4.416,92 € |
| Stufe 8 | 4.283,30 € | 4.535,33 € |
Im gehobenen Dienst erhöht sich das Grundgehalt in A 9 um 10,97 € (Anlage IV); im mittleren Dienst gilt das nicht.
Rechtsstand Bundesbesoldung (geprüft am 24. September 2026)
- Verbindlich ist die Grundgehaltstabelle der Anlage IV BBesG, gültig seit 1. März 2024 (Anwärtergrundbeträge: Anlage VIII).
- Tatsächlich gezahlt: Im Vorgriff auf die Übertragung des Tarifergebnisses zahlt der Bund Abschläge – plus 3,0 Prozent rückwirkend ab 1. April 2025 (laut BMI ab der Bezügezahlung für Dezember 2025) und weitere 2,8 Prozent seit Mai 2026, jeweils unter Vorbehalt des späteren Gesetzes (BMI, 3. September 2025). Das Bundesalimentationsgesetz ist noch nicht beschlossen.
- Entwurf: Das Bundesalimentationsgesetz, das die Erhöhung festschreiben und die Stufe 1 streichen soll, ist ein Referentenentwurf vom 14. April 2026 – kein Kabinettsbeschluss, nicht verkündet, nicht in Kraft (BMI-Verfahrensseite). Entwurfswerte zeigen wir deshalb nicht als geltende Beträge.
Die Werte sind gerundete Näherungen und dienen nur der Orientierung. Hinzu kommen Zulagen und Zuschläge; abgezogen werden je nach Situation Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern. Eine etwaige Amtszulage für Zollamtsinspektoren ist in den reinen Grundgehaltswerten noch nicht enthalten.
Zulagen & Netto-Faktoren
Das Grundgehalt ist nur ein Teil des tatsächlichen Einkommens. Gerade beim Zoll können mehrere Bestandteile hinzukommen:
- Polizeizulage (Stellenzulage): Beamtinnen und Beamte der Zollverwaltung, die im vollzugspolizeilichen Bereich eingesetzt sind – etwa in Kontrolleinheiten oder der Grenzabfertigung – können eine Stellenzulage erhalten, die die besonderen Belastungen des Vollzugsdienstes ausgleicht.
- Amtszulage: Im Spitzenamt A9 des mittleren Dienstes (Zollamtsinspektor/in) kann für herausgehobene Funktionen eine Amtszulage nach Anlage IX hinzukommen. Amtszulagen gelten als Bestandteil des Grundgehalts, sind ruhegehaltfähig und bleibt damit – anders als eine reine Stellenzulage – dauerhaft erhalten.
- Familienzuschlag: Verheiratete sowie Beamte mit Kindern erhalten zusätzlich einen Familienzuschlag.
- Erschwernis- und Dienstzuschläge: Für Nacht-, Wochenend- oder Schichtdienst können weitere Zuschläge anfallen.
Wie viel netto übrig bleibt, hängt stark von individuellen Faktoren ab: Steuerklasse, Beihilfe und privater Krankenversicherung, Kinderzahl sowie dem konkreten Dienstort und der Verwendung. Beamte zahlen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und gesetzlichen Rentenversicherung, dafür aber Lohnsteuer und – meist über eine private Absicherung – ihren Krankenversicherungsanteil.
Praxisbeispiel
Ein Beispiel zur Einordnung: Eine Nachwuchskraft schließt das duale Studium beim Zoll ab und wird als Zollinspektorin im gehobenen Dienst in A9 eingestellt. Sie startet in der Regel in Stufe 1 mit einem gesetzlichen Grundgehalt von 3.354,26 € plus 10,97 Euro Erhöhungsbetrag – gezahlt werden seit Mai 2026 als Abschlag 3.551,63 € zuzüglich Erhöhungsbetrag – und kann – je nach Dienstposten – mit Familienzuschlag und gegebenenfalls einer Stellenzulage rechnen. Über die Jahre steigt sie in den Erfahrungsstufen auf und wird parallel in höhere Ämter (A10, A11) befördert. Ihr Kollege im mittleren Dienst hat dieselbe Besoldungsgruppe als Zollamtsinspektor dagegen bereits als Endpunkt seiner Laufbahn erreicht – inklusive Amtszulage, aber ohne regulären weiteren Aufstieg. Beide sind in A9, ihre berufliche Perspektive unterscheidet sich jedoch grundlegend.
💡 Tipp: Mit dem interaktiven Besoldungsrechner lässt sich das Grundgehalt für alle Bundesländer, Besoldungsgruppen (A5–A16) und Erfahrungsstufen inkl. Familienzuschlag berechnen.
Häufige Fragen
Ist A9 mittlerer oder gehobener Dienst?
A9 ist beides – ein sogenanntes Verzahnungsamt. Im mittleren Dienst ist es das Spitzenamt (Zollamtsinspektorin/Zollamtsinspektor), im gehobenen Dienst das Eingangsamt (Zollinspektorin/Zollinspektor).
Wie viel verdient man in A9 beim Zoll?
Gesetzlich (Anlage IV BBesG, gültig seit 1. März 2024) 3.354,26 € in Stufe 1 bis 4.283,30 € in Stufe 8; seit Mai 2026 werden als Abschlag unter Vorbehalt 3.551,63 € bis 4.535,33 € gezahlt. Im gehobenen Dienst kommen 10,97 Euro Erhöhungsbetrag hinzu, außerdem je nach Verwendung Zulagen und der Familienzuschlag.
Welche Zulagen gibt es in A9 beim Zoll?
Infrage kommen unter anderem die Polizeizulage (Stellenzulage) bei vollzugspolizeilichen Aufgaben, eine Amtszulage für das Spitzenamt des mittleren Dienstes, der Familienzuschlag sowie Erschwerniszuschläge für Schicht- oder Nachtdienst.
Wie geht es nach A9 im gehobenen Dienst weiter?
Im gehobenen Dienst ist A9 das Eingangsamt. Der nächste Beförderungsschritt ist A10, danach folgen A11 und A12; höhere Ämter sind je nach Dienstposten und Verwendung möglich.
Rechtsgrundlagen und Quellen
- Anlage IV BBesG – Grundgehaltssätze, gültig ab 1. März 2024
- § 27 BBesG – Erfahrungsstufen
- BMI, Pressemitteilung vom 3. September 2025 – Abschlagszahlungen
- BMI – Gesetzgebungsverfahren Bundesalimentationsgesetz
- Anlage I BBesG – Bundesbesoldungsordnung A (Amtsbezeichnungen, Amtszulagen)
Rechtsstand: September 2026. Geprüft von Andreas Rothermund anhand der verlinkten amtlichen Fassungen.
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