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Beim Zoll arbeiten: Berufsalltag in den Einsatzbereichen
Aufgabenfelder ·

Beim Zoll arbeiten: Berufsalltag in den Einsatzbereichen

Andreas Rothermund
4 Min Lesezeit

„Beim Zoll arbeiten“ heißt sehr Unterschiedliches — vom Schalter im Hauptzollamt über die
Kontrolle auf der Autobahn bis zur Ermittlung gegen organisierte Kriminalität. Diese Seite
zeigt, wie der Alltag in den einzelnen Bereichen wirklich aussieht, damit die Entscheidung für
eine Verwendung nicht auf Vermutungen beruht.

Die großen Einsatzbereiche

Abfertigung und Warenkontrolle

Der klassische Innen- und Außendienst am Hauptzollamt: Anmeldungen prüfen, Waren beschauen,
Abgaben festsetzen. Viel Rechtsanwendung, geregelte Arbeitszeiten, direkter Kontakt zu
Speditionen und Unternehmen. →
Berufsalltag
in der Abfertigung

Kontrolleinheiten und mobile Kontrollgruppen

Unterwegs auf Autobahnen, an Grenzübergängen und in Gewerbegebieten. Schichtdienst,
Teamarbeit, körperlich fordernd — und der Bereich, in dem Zollbeamte am ehesten in
Konfliktsituationen geraten. →
Kontrolleinheiten
· Eigenschutz
im Außendienst

Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS)

Prüfungen auf Baustellen, in Gastronomie und Logistik; Ermittlungen zu Mindestlohn,
Sozialleistungsbetrug und illegaler Beschäftigung. Viel Außendienst, viel Aktenarbeit, häufig
im Verbund mit anderen Behörden. →
Ein
Tag in der FKS
·
Aufgaben
und Karriere in der FKS

Zollfahndung

Die kriminalpolizeiliche Seite des Zolls: verdeckte Ermittlungen, Observationen,
Durchsuchungen — gegen Schmuggel, Geldwäsche und organisierte Kriminalität. Zugang in der
Regel nach einigen Jahren im Dienst. →
Zollfahndung
· Kampf gegen
Geldwäsche

Flughafen, Wasserzoll und Hundeführerdienst

Spezialisierte Verwendungen mit eigenem Rhythmus: Reiseverkehr am Flughafen, Kontrollen auf
dem Wasser, Rauschgift- und Bargeldspürhunde. →
Flughafen
· Wasserzoll ·
Hundeführer

Arbeitszeit, Schicht und Vereinbarkeit

Ob Schichtdienst dazugehört, entscheidet die Verwendung, nicht die Laufbahn. Im Innendienst
ist Gleitzeit üblich, in Kontrolleinheiten und am Flughafen wird rund um die Uhr gearbeitet.
Teilzeit, Sabbatical und Elternzeit sind im Bundesdienst gut geregelt und werden auch genutzt. →
Arbeitszeit und
Schichtdienst
·
Teilzeit und
Sabbatical
·
Urlaub und
Elternzeit
·
Versetzung und
Standortwahl

Was Berufseinsteiger berichten

Das erste Jahr ist erfahrungsgemäß das ungewohnteste: Aus der Ausbildungssituation wird
Verantwortung, und die Bandbreite der Fälle ist größer als im Unterricht. Wer aus einem anderen
Beruf kommt, bringt oft mehr mit, als er denkt — Verwaltungserfahrung und Menschenkenntnis
zählen im Zoll unmittelbar. →
Mein
erstes Jahr beim Zoll
·
Häufige
Fragen zum Berufseinstieg
·
Frauen beim
Zoll
·
Karriere
mit Migrationshintergrund

Und wenn es nicht mehr geht?

Außendienst, Schichtarbeit und Konfliktsituationen hinterlassen Spuren. Dienstunfähigkeit
ist im Vollzugs- und Kontrollbereich kein Randthema, und die gesetzliche Versorgung fällt in
den ersten Dienstjahren niedrig aus. →
Dienstunfall
und Unfallfürsorge
·
Pensionsrechner

Was alle Bereiche gemeinsam haben

So unterschiedlich der Alltag ausfällt — drei Dinge ziehen sich durch jede Verwendung.
Erstens Rechtsanwendung: Fast jede Entscheidung im Zolldienst stützt sich auf
eine Vorschrift, und sie muss begründbar sein. Zweitens Dokumentation: Was
nicht aktenkundig ist, hat vor Gericht nicht stattgefunden. Drittens der Umgang mit
Menschen in unangenehmen Situationen
— niemand freut sich über eine Kontrolle. Wer
damit ruhig umgehen kann, ist im Zolldienst gut aufgehoben, unabhängig vom Einsatzbereich.

Wie kommt man in einen bestimmten Bereich?

Die Verwendung wird nicht bei der Bewerbung festgelegt. Nach der Ausbildung folgt zunächst
eine Zuweisung, häufig in die Abfertigung oder eine Kontrolleinheit. Spezialisierte Bereiche —
Zollfahndung, Hundeführerdienst, Auslandsverwendung — setzen in der Regel einige Dienstjahre,
zusätzliche Auswahlverfahren und manchmal eine eigene Ausbildung voraus. Der Wechsel innerhalb
des Zolls ist ausdrücklich vorgesehen und einer der Gründe, warum viele lange bleiben: Man kann
den Arbeitsplatz wechseln, ohne den Arbeitgeber zu wechseln.

Weiterführend:
Wo
der Zoll überall arbeitet
·
Auslandsverwendung
· Innendienst
im gehobenen Dienst
.

Die Kehrseiten, über die vorher zu sprechen ist

Schichtdienst kostet Schlaf und Wochenenden. Kontrollen können eskalieren; Eigenschutz ist
deshalb Teil der Ausbildung und kein Randthema. In der Finanzkontrolle Schwarzarbeit gehören
Baustellen im Winter und Konflikte mit Arbeitgebern zum Alltag. Und die Versetzbarkeit im
Bundesdienst bedeutet: Der Dienstort ist nicht für alle Zeit gesetzt.

Das sind keine Argumente gegen den Beruf — aber es sind die Punkte, die im Nachhinein am
häufigsten genannt werden, wenn jemand sagt, er habe sich das anders vorgestellt.

Häufige Fragen zum Arbeiten beim Zoll

Trägt man beim Zoll immer Uniform?

Nein. Uniform tragen vor allem Beschäftigte im Kontroll- und Abfertigungsdienst; im
Innendienst und in Teilen der Ermittlung wird zivil gearbeitet. Siehe
Uniform,
Dienstgrade und Abzeichen
.

Ist der Zolldienst gefährlich?

Das Risiko hängt stark am Bereich. Abfertigung und Innendienst sind wenig exponiert,
Kontrolleinheiten und Fahndung deutlich mehr. Für bestimmte Verwendungen gibt es deshalb die
Polizeizulage und eine eigene Ausstattung.

Wie viel Außendienst hat man wirklich?

In der Abfertigung überwiegt der Innendienst, in Kontrolleinheiten und der FKS der
Außendienst. Auch dort gehört allerdings ein erheblicher Anteil Aktenarbeit dazu — Kontrolle
ohne Dokumentation gibt es nicht.

Der Außendienst geht auf die Substanz.

Wer vor Ablauf der Wartezeit dienstunfähig wird, steht ohne eigene Absicherung mit sehr wenig da. Kostenlose Erstinformation anfordern:

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